Glossar für Autoimmuntests

 

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A

Affinität
Die Stärke der Bindung zwischen einem Antigen und einem Antikörper.

Antigen
Eine Substanz oder ein Molekül, die/das durch das Immunsystem erkannt wird. Das Molekül kann von einem Fremdmaterial, z.B. Bakterium oder Virus, stammen oder das Molekül kann vom gleichen Organismus (eigener Körper) stammen und dann als Selbstantigen bezeichnet werden.

Antigenpräsentierende Zelle
Eine Zelle, die ein Antigen mit einem MHC-Molekül auf der Zelloberfläche präsentiert.

Antikörper
Ein Molekül (auch als ein Immunoglobulin bezeichnet), das von einer B-Zelle als Antwort auf ein Antigen produziert wird. Die Bindung des Antikörpers an das Antigen führt zur Zerstörung des Antigens.

Antiphospholipid-Syndrom (APS)
Das Antiphospholipid-Syndrom (APS) ist eine systemische Autoimmunerkrankung. Beim APS produziert der Organismus Autoantikörper gegen Phospholipide, die wichtige Bestandteile jeder lebenden Zellmembran sind. Zu den Symptomen beim APS gehören venöse oder arterielle Thrombosen, regelmäßige Fehlgeburten, Fetaltod und Thrombozytopenie. Es sind auch neurologische Erkrankungen möglich (ohne Schlaganfall).

Apoptose
Programmierter Zelltod (Suizid)

Autoimmun-Hepatitis
Genetische Veranlagung oder akute Leberinfektion können zu einer Immunantwort und einer entsprechenden Produktion von Autoantikörpern gegen die Leberstrukturen führen. Autoimmun-Hepatitis kann zu einer Zirrhose führen.

Autoimmunität
Der gesunde menschliche Körper ist mit einer Reihe von leistungsstarken Mechanismen ausgestattet, um eindringende Mikroorganismen (z.B. Viren, Bakterien und Parasiten) abzuwehren. Unglücklicherweise schlagen diese Mechanismen, die als das Immunsystem bekannt sind, manchmal fehl und greifen den eigenen Körper an. Diese fehlgeleiteten Immunantworten werden auch als Autoimmunität bezeichnet, was durch das Vorhandensein von Autoantikörpern oder T-Lymphozyten, die mit Wirtsantigenen reagieren, aufgezeigt wird.

Avidität
Die Gesamtstärke, mit der sich ein multivalenter Antikörper an ein multivalentes Antigen bindet.

 

B

B-Zelle
Auch B-Lymphozyt gennannt, gehört zu den Leutkozyten (weiße Blutkörperchen) Unter anderem produzieren die B-Zellen Antikörper, die Antigene binden.

Bias
Ein systematischer Fehler, der zu Ergebnissen führt, die nicht den wahren Ergebnissen entsprechen.

Bindegewebserkrankungen (CTD)
Bindegewebserkrankungen sind eine Gruppe von seltenen, systemischen Autoimmunerkrankungen, die das Bindegewebe des Körpers betreffen. Zu dieser Gruppe gehören systemischer Lupus erythematodes (SLE), Sjögren-Syndrom, Sklerodermie, limitierte systemische Sklerose (CREST), Poly-/Dermatomyositis und Mischkollagenose (MCTD). 

 

C

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind eine Gruppe von chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die zu verschiedenen Zeitpunkten im Leben auftreten können. Zu den wichtigsten CEDs gehören Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU).

Churg-Strauss-Syndrom
Eosinophilie und granulomatöse Entzündung der Atemwege mit nekrotisierender Entzündung der kleinen bis mittelgroßen Blutgefäße; verbunden mit Asthma und Eosinophilie.

 

D

 

E

EASI
European Autoimmunity Standardization Initiative

EIA
Enzyme-Immuno-Assay (Enzym-Immuntest)

ELISA
Enzyme-Linked Immunosorbent Assay
Der ELISA-Test ist eine Methode zur quantitativen Analyse, bei der eines der Reagenzien mit einem Enzym markiert wird - dies kann ein Antigen oder ein Antikörper sein.
Normalerweise wird eine Mikrotiterplatte mit dem entsprechenden Antigen für den Zielantikörper beschichtet. Wenn dieser spezifische Antikörper in der Blutprobe vorhanden ist, dann bindet sich dieser an das Antigen. Im folgenden Reaktionsschritt bindet sich ein enzym-konjugierter sekundärer Antikörper an den Ziel-Antikörper. Aufgrund des Enzyms wird das Substrat in einer Färbungsreaktion umgewandelt. Die Stärke der Farbreaktion ist ein Maß für die Messung an gebundenem Primärantikörper.

Eosinophilie
Vorhandensein einer hohen Konzentration von Eosinophilen (Eosinophilgranulozyten) im Blut.

Epidemiologie
Epidemiologie ist eine Disziplin, die sich mit der Häufigkeit, Verbreitung und den Ursachen von Erkrankungen in menschlichen Populationen befasst.

Epidemiologische Daten werden zur Planung und Bewertung von Strategien zur Vorbeugung von Erkrankungen und als ein Leitfaden für die Behandlung von Patienten, bei denen die Erkrankung bereits begonnen hat, verwendet.

 

F

FEIA
Fluoreszenz-Immunoassay

 

G

Gerste
Gerste ist ein häufiges Grundnahrungsmittel bei der Ernährung von Menschen und Tieren. Als Teil der Familie der Gräser wächst Gerste in über 100 Ländern und ist eine der beliebtesten Getreidearten, die nur durch Weizen, Mais und Reis übertroffen wird. Auch wenn Gerste sehr anpassungsfähig ist und in vielen Regionen angebaut werden kann, ist es ein schwaches Korn, für das während aller Phasen bei Wachstum und Ernte größte Sorgfalt erforderlich ist.

 

H

 

I

IIF
Indirekte Immunofluoreszenz 

 

J

 

K

Konjugat
Reagenz, das durch die kovalente Bindung von zwei Molekülen gebildet wird, z.B. Fluoreszein mit Bindung an ein Immunmolekül.

 

Likelihood-Ratio

Die Likelihood-Ratio umfasst Sensitivität und Spezifität des Tests und bietet einen direkten Schätzwert dazu, wie stark ein Testergebnis die Wahrscheinlichkeit ändert, die Erkrankung zu haben.

 

M

Mischkollagenose (MCTD)
MCTD oder Overlap-Syndrom, gekennzeichnet durch die sich überschneidenden Symptome von unterschiedlichen Bindegewebserkrankungen (systemischer Lupus erythematodes - SLE, rheumatoide Arthritis - RA, Sklerodermie, Polymyositis, Dermatomyositis, Sjögren-Syndrom - SS). Typische Befunde sind hohe Titer von Autoantikörpern gegen Ribonuklease P (U1-RNP), es können aber u.a. auch antinukleare Antikörper und Rheumafaktoren festgestellt werden. Die Behandlung von MCTD ist ähnlich der Behandlung von Sklerodermie oder SLE.

 

N

Negative Likelihood-Ratio
Die Likelihood-Ratio für ein negatives Ergebnis (negative LR) sagt Ihnen, wie stark die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung sinkt, wenn ein Test negativ ist.

 

FN / (WP + FN)

 

1 - Sensitivität

neg LR =

-----------------

=

-------------------

 

WN / (FP + WN)

 

Spezifität

(WP = wahr positive Ergebnisse, WN = wahr negative Ergebnisse, FP = falsch positive Ergebnisse, FN = falsch negative Ergebnisse)

NSAIDs
Nichtsteroidale Entzündungshemmer

 

O

 

Pathogen
Krankheitsverursachender Organismus.

Positive Likelihood-Ratio
Die Likelihood-Ratio für ein positives Ergebnis (positive LR) sagt Ihnen, wie stark die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung steigt, wenn ein Test positiv ist.

 

WP / (WP + FN)

 

Empfindlichkeit

pos LR =

-----------------

=

---------------

 

FP / (FP + WN)

 

1 - Spezifität

(WP = wahr positive Ergebnisse, WN = wahr negative Ergebnisse, FP = falsch positive Ergebnisse, FN = falsch negative Ergebnisse)

Positiver Vorhersagewert (PPV)
Der positive Vorhersagewert (PPV) bzw. die Präzisionsrate oder die Posttestwahrscheinlichkeit der Erkrankung ist der Anteil der Patienten mit positiven Testergebnissen, die auch an der Erkrankung leiden. Der Vorhersagewert ist mit der Sensitivität und Spezifität des Tests oder der Screening-Methode verbunden.

 

WP

 

Anzahl der positiven Patienten

PPV =

---------

=

--------------------------------------

 

 WP+FP

 

Anzahl der positiven Ergebnisse

(WP = wahr positive Ergebnisse, FP = falsch positive Ergebnisse)

Prävalenz
Die Anzahl an Fällen der Erkrankung in einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt (Häufigkeit).

 

 

alle Patienten mit Erkrankung

Prävalenzrate

=

----------------------------

 

 

alle getesteten Patienten

  

Primär biliäre Zirrhose (PBC)
PBC ist eine Autoimmun-Lebererkrankung. Sie wird durch die Zerstörung der kleinen Gallengänge in der Leber verursacht. Dies führt zu einer Anhäufung von Gallenflüssigkeit in der Leber, gefolgt von Schädigungen des Lebergewebes.

Primärreaktion
Erste Immunreaktion (zellulär oder humoral) nach dem ersten Kontakt mit einem spezifischen Antigen.

Wahrscheinlichkeit
Prätestwahrscheinlichkeit
Die Prävalenz der Erkrankung in einer festgelegten Gruppe von Patienten. Während die Gesamtprävalenz bekannt sein kann, kann der Erkrankungsstatus für jeden einzelnen Patienten vor einem diagnostischen Test noch unbekannt sein. Dies wird dementsprechend Prätestwahrscheinlichkeit genannt.
Posttestwahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung nach einem festen Testergebnis. Dessen Wert ist von der Prätestwahrscheinlichkeit der Erkrankung und der Sensitivität und Spezifität des Tests abhängig.

 

Q

 

R

Rheumatoide Arthritis
Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronische systemische entzündliche Erkrankung, die Synovialgelenke (häufig die der Hände) betrifft und letztendlich zu einer Deformation der Gelenke führt. Zu den Symptomen gehören symmetrische Gelenkentzündung, insbesondere in den Händen, morgendliche Steifigkeit der Gelenke, Schmerzen, Schwellungen, Druckempfindlichkeit, Müdigkeit, Unwohlsein, diffuser muskuloskelettaler Schmerz, Gewichtsverlust, grippeähnliche Symptome, Anämie.

 

S

Schilddrüsenerkrankungen (autoimmun-bezogen)
Bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen zeigt die Schilddrüse eine Unterfunktion, z.B. bei Hashimoto-Thyreoiditis, oder eine Überfunktion, z.B. bei der Basedowschen Krankheit. Dies ist auf das Vorhandensein von Autoantikörpern gegen Thyroglobulin (TG) und Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) zurückzuführen.
Einige Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind Depression, Manie, Wärme- und Kälteempfindlichkeit, Parästhesie, Müdigkeit, Panikattacken, Verstopfung, Migräne, Muskelschwäche, Krämpfe, Gedächtnisverlust, Unfruchtbarkeit und Haarausfall.
Symptome, die eine Basedowsche Krankheit anzeigen, sind Struma, Bluthochdruck, Schwäche, Muskelschwäche, Muskeldegenration, gesteigerter Appetit, Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, Tremor, Kurzatmigkeit, starkes Schwitzen, Wärmeintoleranz, warme und feuchte Haut, dünnes und zartes Haar und brüchige Nägel.

Schmetterlingserythem
ist eine charakteristische Form eines Gesichtsausschlags. Sie tritt häufig beim Lupus erythematodes auf, ist aber nicht pathognomonisch. Es kommt auch bei anderen Erkrankungen vor, z. B. Dermatomyositis, Pellagra und Bloom-Syndrom.

Sensitivität

Sensitivität ist die Anzahl der wahr positiven Testergebnisse.

 

WP

 

Anzahl der wahr positiven Ergebnisse

Sensitivität=

----------

=

-------------------------------------

 

WP + FN

 

Anzahl der Patienten mit dieser Erkrankung

(WP = wahr positive Ergebnisse, FN = falsch negative Ergebnisse)

Sklerodermie
Sklerodermie, oder progressive systemische Sklerose (PS), gekennzeichnet durch Fibrose des Bindegewebes mit bevorzugter Beteiligung von Haut, Gefäßen, Lunge, Pleura, Myokardium, Perikardium, Ösophagus und Dünndarm. Die Ursache für die Multisystemerkrankung ist unbekannt.

Spezifität
Spezifität ist die Anzahl der negativen Ergebnisse bei Personen, die diese Erkrankung nicht aufweisen (wahr negative Ergebnisse bei Kontrollen).

 

WN

 

Anzahl der wahr negativen Ergebnisse

Spezifität =

----------

=

-------------------------------------

 

WN + FP

 

Anzahl der Kontrollen

(WN = wahr negative Ergebnisse, FP = falsch positive Ergebnisse)

 

T

 

U

 

V

Vaskulitis
Vaskulitis ist eine Entzündung der Blut- oder Lymphgefäße. Vaskulitis kann in Vaskulitis der großen Gefäße, mittelgroßen Gefäße und kleinen Gefäße unterteilt werden. Jede Gruppe umfasst unterschiedliche Erkrankungen. 

 

W

Wegener-Granulomatose (WG)
Granulomatöse Entzündung der Atemwege und nekrotisierende Vaskulitis der kleinen bis mittelgroßen Blutgefäße.
Die Wegener-Granulomatose gehört zur Gruppe der systemischen Vaskulitis-Erkrankungen unter Beteiligung von kleinen Gefäßen.
Nach der neuen Nomenklatur wird die WG als granulomatöse Polyangiitis (GPA) bezeichnet.

 

 

X

 

Y

 

Z

Zöliakie
Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung des Dünndarms, die bei genetisch vorbelasteten Menschen aller Altersstufen vom mittleren Kindesalter an auftritt. Die lebenslange Gluten-Intoleranz führt zu Schädigungen des Magen-Darm-Trakts. Dies führt zur Malabsorption von Nährstoffen. Symptome können nur durch eine glutenfreie Ernährung vermieden werden. Zu den Symptomen gehören chronische Diarrhöe, Wachstumsstörungen (bei Kindern) und Müdigkeit, wobei diese aber nicht vorhanden sein müssen. Es wurden auch Symptome in anderen Organsystemen beschrieben. Die Erkrankung tritt häufiger in den Industrienationen auf und zeigt hier eine Prävalenz bis zu 1 %.

Zuverlässigkeit
Die Fähigkeit eines Tests, das gleiche Ergebnis unter den gleichen Bedingungen zu erreichen.