Welchen Nutzen bietet die Verwendung eines hochspezifischen Autoimmuntests?

Die Ergebnisse der hochspezifischen Tests haben aufgrund der positiveren Vorhersagewerte einen höheren Nutzen für die Klinikärzte.

Beispiel: Zöliakie (CD)

Die Zöliakie ist durch eine lebenslange Intoleranz von Weizen-, Gersten- oder Roggengluten gekennzeichnet. Die Gesamtprävalenz der Zöliakie in der allgemeinen Bevölkerung liegt bei ca. 1 %. Es existiert jedoch auch eine große Anzahl von nicht diagnostizierten Patienten, da ca. 2/3 der Patienten keine typischen Magen-Darm-Symptome zeigen und an einer sogenannten stillen oder latenten Zöliakie leiden.

Im Gegensatz zu anderen Autoimmunerkrankungen bietet die Zöliakie den Vorteil, dass sie über sehr sensible und spezifische serologische Marker verfügt. Schon ein einfacher Bluttest kann die Zöliakie mit fast 100-prozentiger Sicherheit ausschließen oder bestätigen. Einem positiven Screen-Testergebnis folgt normalerweise eine bestätigende Biopsie. Diese invasive diagnostische Methode ist unangenehm und kann teuer und schmerzhaft sein. Insbesondere bei Kindern sollten nicht notwendige Biopsien weitestgehend vermieden werden.

Daher ist eine hohe Spezifität der Screen-Tests für Zöliakie von besonderer Bedeutung. Aufgrund der Prävalenz der Zöliakie von nur 1 % in einer Screening-Population wird sich bei den meisten Verdachtsfällen herausstellen, dass keine Zöliakie vorhanden ist. Daher wird nur ein leichter Rückgang der Spezifität zu einem dramatischen Anstieg von nicht erforderlichen Darmbiopsien führen.

Beispiel: 1000 Schulkinder werden mit einem serologischen Test, dem Anti-Gewebetransglutaminase-Test (tTG), auf Zöliakie getestet. Ein Anti-tTG-Test mit einer Spezifität von 97 % bestimmt 3 % der Kinder (=30 Kinder) falsch positiv. Eine Spezifität von 99,4 % (so wie für den Anti-tTG-Test Celikey von Phadia (jetzt Thermo Fisher Scientific) berichtet) bestimmt nur 6 Kinder falsch positiv. Ein Rückgang der Spezifität um 2,4 % resultiert also in einer 5-fach erhöhten Zahl von Biopsien bei nicht an Zöliakie erkrankten Kindern. Viele dieser Biopsien könnten mit einem Test mit höherer Spezifität vermieden werden.

Alle Autoimmuntests von Phadia (jetzt Thermo Fisher Scientific) sind für eine höchstmögliche Spezifität ausgerichtet und stellen somit eine sehr wertvolle Hilfe für die Diagnose des Klinikarztes dar.