Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ist eine prototypische Autoimmunerkrankung, die durch die Produktion von Antikörpern gegen Bestandteile des Zellkerns in Zusammenhang mit verschiedensten klinischen Manifestationen charakterisiert ist. Da SLE eine Erkrankung von unbekannter Ätiologie ist, wurden folgende Klassifizierungskriterien festgelegt:

Überarbeitete Klassifizierungskriterien (1982) für systemischen Lupus erythematodes

  • Schmetterlingserythem
  • Diskoidaler Ausschlag
  • Lichtempfindlichkeit
  • Aphthen
  • Arthritis (nichtdeformierende Polyarthritis)
  • Serositis (Pleuritis und/oder Perikarditis)
  • Nierenerkrankung (proteinurisch >0,5 g/Tag oder zelluläre Zylinder)
  • Neurologische Erkrankung (Psychose und/oder Anfälle)
  • Hämatologische Erkrankungen (Leukopenie oder Lymphopenie/hämolytische Anämie/Thrombozytopenie)
  • Immunologische Erkrankung (Anti-DNA/Anti-Sm/LE-Zelle/falschpositive STS)
  • Antinuklearer Antikörper
  • Diagnose: vier der elf Kriterien müssen gleichzeitig oder nacheinander erfüllt sein.

Es sind fast alle Organsysteme beteiligt, und die Erkrankung ist so hinreichend komplex, dass zwei Patienten keinerlei gemeinsame klinische Befunde zeigen und beide trotzdem die Kriterien für eine Diagnose von SLE erfüllen. Die einzelnen Patienten tendieren aber zu einem beständigen klinischen Bild und "sammeln" im Laufe der Zeit im Allgemeinen weitere Befunde. Gelenke, Haut und Blut sind bei 80 - 100 % der Patienten betroffen, und Nieren, ZNS und das kardiopulmonale Systeme bei mehr als 50 %.