ImmunoCAP Tryptase

Die Quantifizierung der Gesamt-Tryptasekonzentration mit ImmunoCAP Tryptase hilft bei einer Risikobewertung für schwere allergische Reaktionen bei Patienten mit einer Allergie gegen Insektengift. Außerdem ist es ein WHO-Diagnosekriterium für die Mastozytose und wird als Marker bei hämatologischen Neoplasmen verwendet. Hier können Sie mehr zum klinischen Nutzen, den erwarteten Testergebnissen und dem Testprinzip von ImmunoCAP Tryptase erfahren.

ImmunoCAP Tryptase misst die Konzentration der Tryptase, die von den Mastzellen ins Serum abgegeben wird. Mastzellen spielen eine Schlüsselrolle bei allergischen Reaktionen und nehmen unter Entzündungsbedingungen zahlenmäßig zu. Wenn sie aktiviert werden, geben Sie eine Vielzahl von Mediatoren ab, die zu den Anzeichen und Symptomen von allergischen Reaktionen führen, z.B. Anaphylaxie. Zu diesen Mediatoren gehören auch Tryptase und Histamin.

Eine transiente Erhöhung der Tryptasekonzentration im Blutkreislauf nach einem anaphylaktischen Schock eines Patienten ist bei der Bewertung der allergischen Reaktion behilflich. Eine persistierende erhöhte Basal-Konzentration der Tryptase ist ein Anzeichen für eine Mastozytose.

Klinischer Nutzen

Bewertung des klinischen Risikos für anaphylaktische Reaktionen
Erhöhte Tryptase-Basalkonzentrationen sind ein Risikomarker für schwere anaphylaktische Reaktionen. Reife Tryptase wird im Kern der ruhenden Mastzellen gespeichert. Bei der Mastzellaktivierung wird es entweder über IgE-vermittelte oder nicht-IgE-vermittelte Mechanismen in den Blutkreislauf abgegeben. Die transient erhöhten Konzentrationen von reifer Tryptase sind ein klinischer Marker zur Bestätigung von schweren Reaktionen, z. B. Anaphylaxie.

Klinischer Marker bei schwerer Reaktion auf Insektengift
Im Durchschnitt liegt die Prävalenz von systemischen anaphylaktischen Insektenstichreaktionen bei ca. 3 %. Bis zu 25 % der Patienten mit schweren Insektengiftreaktionen zeigen eine erhöhte Tryptase-Basalkonzentration. Es wurde bereits hervorgehoben, dass die Untersuchung dieser Patienten wichtig ist, da diese für schwere anaphylaktische Reaktionen prädisponiert sind. Erhöhte Konzentrationen können auf eine Mastozytose zurückzuführen sein.

Klinischer Marker bei schweren Reaktionen im Rahmen einer Operation
Erhöhte Tryptase-Basalkonzentrationen zeigen eine erhöhte Mastzellbelastung an und können einen Risikofaktor für schwere Reaktionen während eines chirurgischen Eingriffs darstellen. Die Sensibilisierung (d. h. das Vorhandensein von spezifischen IgE-Antikörpern gegen Substanzen, denen die Patienten während des Eingriffs ausgesetzt sind) ist ein weiterer Risikofaktor. Zur Bestätigung einer anaphylaktischen Reaktion wird die Messung der transienten Erhöhung der Tryptase während der perioperativen Phase genutzt.

Tryptase bei Mastozytose und hämatologischen Neoplasmen
Dauerhaft erhöhte Konzentrationen von Tryptase-Proformen im Blut deuten auf eine erhöhte anormale Mastzellenbelastung bei Mastozytose. Diese heterogenen Erkrankungensind meist mit einer Mutation des Rezeptors für den Stammzellfaktor, einem Cytokin-steigendem Überleben und einem autonomen Wachstum der Mastzellen assoziiert.

Eine diagnostische und prognostische Signifikanz der Tryptase kann auch bei hämatologischen Anomalitäten und Neoplasmen unabhängig vom Vorhandensein einer systemischen Mastozytose beobachtet werden.

Klicken, um eine Fallstudie zu anästhetischen Reaktionen anzuzeigen (pdf)

Tryptase-Konzentrationen erhöhen sich auch in der Nasenflüssigkeit bei:

  • Aktiver allergischer Rhinitis
  • Allergen-Provokationen bei Patienten mit allergischer Rhinitis

Erwartete Werte

Bei gesunden Personen liegt die Tryptase-Basalkonzentration bei ca. 1-15 μg/l. Jede Person weist hierbei eine eigene Basalkonzentration auf, die normalerweise im zeitlichen Verlauf gleich bleibt. Bei Personen mit einer erhöhten Tryptase-Bassalkonzentration, ca. >10 μg/l, wird ein erhöhtes Risiko für schwere anaphylaktische Reaktionen gesehen.

Erhöhte Tryptasewerte können normalerweise drei bis sechs Stunden nach der anaphylaktischen Reaktion festgestellt werden. Die Werte kehren innerhalb von 12 - 14 Stunden nach der Freisetzung auf ein normales Niveau zurück.

Die Proben sollten bevorzugt zwischen 15 Minuten bis 3 Stunden nach dem anaphylaktischen Ereignis mit Mastzellaktivierung abgenommen werden.

Eine Studie mit 126 gesunden Personen (61 Männer und 65 Frauen im Alter von 12 - 61 Jahren) zeigte ein geometrisches Mittel von 3,8 µg/l und ein 95-Perzentil von 11,4 µg/l.

 

Probengewinnung und Handhabung

Blutentnahme
Blut muss per Venenpunktion entnommen werden. Danach sollte eine Gerinnung des Bluts erfolgen und das Serum durch Zentrifugation abgetrennt werden. Die Proben sollten bevorzugt zwischen 15 Minuten bis 3 Stunden nach dem anaphylaktischen Ereignis mit Mastzellaktivierung abgenommen werden.

Erhöhte Tryptasewerte können normalerweise drei bis sechs Stunden nach der anaphylaktischen Reaktion festgestellt werden. Die Werte kehren innerhalb von 12 - 14 Stunden nach der Freisetzung auf ein normales Niveau zurück. 

Lagerung der Serumprobe
Patientenproben können für Versandzwecke bis 2 Tage bei Raumtemperatur (RT) aufbewahrt werden. Bei 2 °C bis 8 °C lagern, wenn die Bestimmung innerhalb von 5 Tagen nach der Abnahme erfolgt. Für längere Zeiträume die Proben bei -20°C oder -70°C einfrieren.

Plasmaproben
Plasmaproben wurden untersucht und festegestelt, dass diese vergleichbare Ergebnisse mit Serumproben liefern.

Nasenspülung
Verdünnte und unverdünnte Nasenspülungsproben können ebenfalls im ImmunoCAP Tryptase Test verwendet werden. ImmunoCAP IgE/ECP/Tryptase Diluent für die Verdünnung verwenden. In der Literatur sind mehrere Methoden zur Entnahme von Nasenspülungen beschrieben. Die entnommene Probe im ImmunoCAP Tryptase Test gemäß Gebrauchsinformation analysieren.

Wichtiger Hinweis

Wie bei allen diagnostischen Tests darf eine klinische Diagnose nicht nur auf dem Ergebnis eines einzelnen Testverfahrens basieren. Eine Diagnose sollte vom Arzt erst nach Auswertung aller Untersuchungs- und Laborbefunde gestellt werden.

 

Hier steht die Broschüre "ImmunoCAP Tryptase - klinische Anwendung der Gesamttryptase-Bestimmung" für Sie zum Download bereit. »

Referenzen

  • Hogan AD, Schwartz LB. Markers of mast cell degranulation. Methods 1997; 13: 43-52.
  • Rasp G, Hochstrasser K. Tryptase in nasal fluid is a useful marker of allergic rhinitis. Allergy 1993; 48: 72-74.
  • Rasp G, Enander I. Mast cell activation in vivo measured by nasal fluid tryptase. XVI Eur Congr Allergology Clin Immunol, ECACI 95.
  • Schwartz LB, Bradford TR, Rouse C, Irani A- M, Van der Zwan JK, Van der Linden P-W G. Development of a new, more sensitive immunoassay for human tryptase: use in systematic anaphylaxis. J Allergy Clin Immunol 1994;14(3):190-204.